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Samstag, 21. Mai 2011

Brasilien: Plünderung des Regenwaldes

Nach den Daten zweier unterschiedlicher brasilianischer Institute hat die Abholzung des Regenwaldes im Amazonas - Gebiet in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Im Bundesstaat Mato Grosso erreichte die Waldzerstörung nach Analysen des staatlichen Institutes  für Weltraumforschung (Inpec) von August 2010 bis April 2011 43 Prozent. Unter Berufung auf Satellitenbilder  teilte das Institut Imazon mit, dass in Mato Grosso im April 2011 243 Quadratkilometer Wald abgeholzt worden seien, 537 Prozent mehr als im April 2010.
Auf einer Pressekonferenz sprach Umweltministerin Teixeira von einer haarsträubenden  und untypischen Abholzun. Allein im März und April 2011 seien Wälder auf einer Fläche von 593 Quadratkilometern  gerodet worden. Die Abholzung soll bis Juli 2011 gestoppt werden. Gegen die Verantwortlichen der illegalen Rodungen soll rigoros vorgegangen werden. Auf den frisch gerodeten Flächen weidendes Vieh soll beschlagnahmt werden. Experten und Vertreter der Bundesbehörden sollen eine Notfallkommission bilden. Von Zerstörungen betroffene Bundesstaaten sollen sich an der Kommission bedteiligen.
Die neuen Zahlen verschärfen wahrscheinlich die Debatte über die Novellierung des Waldgesetzes. Die Agrarlobby will die Novelle aufweichen und Auflagen zur Wiederaufforstung illegal abgeholzter Flächen umgehen.
Der tropische brasilianische Regenwald erstreckt sich auf etwa 5, 3 Mill. Quadratkilometer, davon 1, 7 Mill Quadratkilometer in Staatseigentum. Beim Weltklimagipfel 2009 hatte sich Brasilien verpflichtet, seinen Kohlendioxidausstoß bis 2020 um 36 bis 39 Prozent zu verringern. Dazu soll auch die Abholzung in den Regenwäldern um 80 Prozent reduziert werden.

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