Tagebch, Reisen und mehr

Mittwoch, 2. Februar 2011

Gute Nacht

Bevor ich mich für das Bett fertig mache, schreibe ich noch einige Gedanken nieder, wie ich es früher in meinem Tagebuch getan habe. Deshalb habe ich meinen Weblog auch Tagebuch genannt. Es ermöglicht mir, einen inneren Dialog zu führen, nachdem meine Frau gestorben ist. Ihr Tod war für mich ein schwerer Schicksalsschlag. Es war im September 2007. In diesem Jahr hatte meine Frau mit ihrem Herzen schwere Probleme. Sie hatte zwei Herzstillstände und musste dann einen Herzschrittmacher eingesetzt bekommen. Nach dieser Maßnahme sah es so aus, als ob sie auf dem Weg der Besserung war. Eine Woche vor ihrem Tod war sie zur Kontrolluntersuchung im Krankenhaus - ohne jeglichen Befund. An ihrem Todestag habe ich sie am Morgen noch gesprochen. Ich musste zu einem Gerichtstermin nach Köln. Wir verabredeten, dass sie am Abend nach Hause kommt und wir dann gemeinsam zu Abend essen gehen. Sie kam nicht. Weder Polizei noch Feuerwehr noch irgendein Krankenhaus meldete sich bei mir. Am nächsten Tag habe ich sie tot in ihrer Praxis gefunden. Wir hatten alles gemeinsam unternommen. Die Todesursache war ein Gehirnschlag.
Nach dem Tod war ich mehrere Monate krank. Danach erhielt ich meinen Schwerbehindertenbescheid, so dass ich frühzeitig in Rente gehen konnte. Ich habe mir dann vorgenommen, alles das, was ich während meines Berufslebens nicht tun konnte, zu unternehmen, nämlich Reisen zu machen, interessante Bücher zu lesen, von meinen Reisen zu berichten und Videofilme zu drehen oder zu fotografieren.
So ist mein Weblog entstanden, nachdem ich vorher in verschiedenen Foren im Internet gepostet habe.
Gelegentlich muss ich diese Ereignisse niederschreiben, um anderen Leuten meine Situation zu erläutern. Ich denke, dass jeder Mensch seine Geschichte hat und dass sein Verhalten ohne Kenntnis dieser Geschichte unverständlich bleibt. Es ist wichtig, offen mit einander zu sein. Nur Vertrauen und Offenheit ermöglicht Verständnis für einander. Das Leben hat viele Seiten. Diese Seiten sollten nicht ausgeblendet werden. Nur wer redet oder schreibt, hat eine Chance gehört oder gelesen zu werden. Die Sprache ist zur Verständogung da, um Mitmenschlichkeit aufzubauen.
Ich bitte meine Leser und Leserinnen um Verständnis, wenn ich heute philosophiert habe. Philosophie ist mit die älteste wissenschaftliche Disziplin, weil sie dazu diente, menschliche Gefühle und Bedürfnisse zu offenbaren. 

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