Tagebch, Reisen und mehr

Samstag, 19. Februar 2011

Tagebuch vom 19.02.11

Nachdem die Serie The War geendet hat, widme ich mich wie vorher auch historischen Themen, denen mein Interesse und meine Leidenschaft gilt. Heute habe ich eine DVD über das Mittelalter als Epoche zum Aufbruch in das Europa der Neuzeit gesehen.
In dieser Folge ging es zunächst um die mittealterlichen Kathedralen, die Könige und Bürger zur Lobpreisung Gottes im gothischen Bausril errichtet haben. Die Baumeister zogen ndurch Europa von Bauhütte zu Bauhütte.
Anschließend ging es um spätmittelalterliche Bankgeschäfte und Handelspraktiken in Venedig und in oberitalienischen Städten, die zu dieser Zeit den Fernhandel beherrschten.
Zum Schluss zeigte der Film die bedeutung Nürnbergs als Stadt der Kartographen. Aus Nürnberg stammte Martin Behaim, der später in portugiesischen Diensten stand. Er schuf den ersten Globus, nachdem vorher schon Erdkarten in einer englischen Kathedrale ubd auf einer katalanischen Karte existierten.
Diese Darstellungen machen neugierig, was für eine Epoche das Mittelalter ist. Das Mittelalter ist die Epoche zwischen Antike und Neuzeit in der europäischen Geschichte. In der wissenschaftlichen Diskussion setzen die Historiker den Beginn und das Ende des Mittelalters unterschiedlich an.
Im Mittelalter löst eine neue, fast ganz Europa umfassende Welt christlicher Feudalstaaten romanischer, germanischer, slawischer und keltischer Völkerschaften die politische und kulturelle Dominanz des griechisch - römisch geprägten Mittelmeerraumes ab. Charakteristisch für das europäische Mittelalter waren eine nach Ständen geordnete Gesellschaft, eine gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache, die Idee der Einheit der christlichen Kirche, die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche nicht mehr bestand, und ein recht einheitliches Weltbild. Im Mittelalter herrschte der Feudalismus.
Das christliche Mittelalter sah sich heilsgeschichtlich als eine im Glauben allen anderen Zeitaltern überlegene aetas christiana ("christliches Zeitalter"), die mit der Geburt Christi begann und erst mit dem Jüngsten Gericht enden sollte. Für die interne Periodisierung der aetas christiana existierte kein fest etabliertes Epochenschema, sondern lediglich Ansätze, wie die Lehre von den sieben Perioden der Kirche, abgeleitet aus der Johannesapokalypse, oder die von Joachim von Fiore begründete Einteilung in eine zeit des "Sohnes", von der Geburt Christi bis 1260, und eine darauf folgende zeit des "Geistes".
In der politischen, gleichfalls heilsgeschichtlich ausgerichteten Geschichtsbetrachtung gab es Periodisierungsvorstellungen, besonders in Form der Lehre von der Translatio imperii, nach der die römische Kaiserwürde zunächst auf die oströmischen Kaiser von Byzanz, dann in der renovatio imperii Karls des Großen auf die Franken und schließlich mit der Kaiserkrönung Ottos des Großen auf die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches übertragen wurde.
Die italienischen Humanisten führten den Begriff Mittelalter erstmals im 14. Jahrhundert in der Form medium aevum ("mittleres Zeitalter"). Sie begründeten damit in den beiden folgenden Jahrhunderten das Verständnis der eigenen Epoche als Epoche der Wiedergeburt, Renaissance. Ein von Dichtern und Philologen konstruiertes Ideal der griechisch - römischen Antike ersetzte den christlichen Glauben nicht in seiner allgemeinen Verbindlichkeit, sondern in seiner Gültigkeit als Maßstab für die Bewertung der weltgeschichtlichen Entwicklung. Aus humanistischer Sicht galt das Mittelalter als "dunkles Zeitalter", aetas obscura, eine Epoche des Zerfalls und des Niedergangs, in der der sprachliche, literarische, technologische und zivilisatorische Entwicklungsstand der griechisch - römischen Antike, bedingt durch den Einfall germanischer Völker und das dadurch bedingte Ende des Weströmischen Reiches, verloren ging, um erst in der eigenen Zeit durch die Wiederentdeckung antiker Quellen und die Wiederbelebung antiker Stilgesetze  zum Gegenstand der Nachahmung, imitatio, oder sogar Überbietung, aemulatio, zu werden.
Der Begriff des Mittelalters hat sich in der Folgezeit als Epochenbegriff mit abwertender Bedeutung durchgesetzt, wobei die Epochengrenzen einerseits mit dem Ende des Weströmischen Reiches im Jahre 476 und andererseits mit dem Ende des Oströmischen Reiches durch die Osmanische Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453 angesetzt wurde.
Erst in der Zeit der Aufklärung und besonders in der Romantik erfolgte eine positive Neubewertung, zum Teil verbunden mit nostalgischer Verklärung und mit dem Bedürfnis nach Bestimmung der eigenen christlichen oder nationalen Wurzeln und Identität. Die moderne Forschung mißt die originären Leistungen des Mittelalters und dessen eigene Fortführung antiker Überlieferung  nicht mehr an der humanistischen Elle antiker "Größe", sondern an die Stelle nationalistischer tritt eine europäisch ausgerichtete Rückbesinnung, die auf die "Geburt Europas im Mittelalter" (Jacques Le Goff) hinweist.
Noch ein kurzes Wort zum Zweiten Weltkrieg. Der Zweite Weltkrieg, der zweite auf globaler Ebene geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts, ist der bislang größte und verheerendste Konflikt in der Menschheitsgeschichte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen