Bevor ich gleich ins Bett gehe, möchte ich noch etwas schreiben. Ich habe wieder Marcel Proust "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" gehört. Es handelt sich um ein literarisches Meisterwerk. Darin beschreibt Proust sein Leben von der Kindheit bis zum Erwachsenwerden. Es ist ein Zeitgemälde des mondänen Lebens in französischen Badeorten, des Theaterlebens und der großen Pariser Salons. Der Adel und das Bürgertum charakterisiert er meisterhaft. Seine Schilderungen korrespondieren mit Romanen von Balzac. Bei den Dialogen werden feinsinnige Nuancen sichtbar. Solche Nuancen sind heute nur noch selten zu hören. Der Verfall in den Unterhaltungen und der Allgemeinbildung ist augenfällig. Um ein solches Niveau zu erreichen, ist es notwendig, Vorbilder zu haben. Wo gibt es in Deutschland solche Vorbilder noch ? Stil, Eleganz und Geschmack rufen nur noch Neid hervor. Wer diese Eigenschaften pflegen will, zeigt sie nicht mehr außerhalb seiner eigenen vier Wände. Eine eigene Meinung zu haben ist unerwünscht.
Dieses Thema ist unerfreulich, weil es letztlich in pessimistische Kulturkritik umschlägt. Davon gibt es genug. Deshalb möchte ich nicht damit fortfahren.
Ich vertraue darauf, den nächsten Tag gut und produktiv verbringen zu können.
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