Marktbeobachter in der Schweiz erwarten jetzt einen Test, ob die Kursgrenze der Schweizerischen Nationalbank hält. Wenn der Euro unter 1, 20 Franken fällt, will die Nationalbank nach ihrer Erklärung vom Dienstag, den 06.09.11, unbeschränkt Devisen ankaufen.
Nach den Worten von Caesar Lack, Leiter Ecomic Research Schweiz bei der Großbank UBS, werden die Märkte die Ernsthaftigkeit der Ankündigung der Nationalbank prüfen, weil sie bei Devisenkäufen im vergangenen Jahr den vollen Einsatz nur vorgetäuscht habe. Nach Ansicht von Morgan Stanley werde die Prüfung um so umfangreicher ausfallen, je länger die Vertrauenskrise im Euro Raum anhalte. Der Vorstandschef der schweizerischen Investmnentgesellschaft Partners Group äußerte vor Pressevertretern in Frankfurt, institutionelle Anleger würden den Mindestkurs testen. Mit dem Mindestkurs sei die Schweiz inoffiziell Teil einer Transferunion im Euro Raum. Die Bank Sarasin hält den Mindestkurs von 1, 20 Franken für verteidigungsfähig und geht nicht von einer Spekulationswelle aus.
Nach Angaben der Schweizerischen Nationalbank wuchsen durch Devisenswaps als Folge der Geldmengenausweitung die Fremdwährungsreserven im August 2011 von knapp 190 auf 260 Mrd. Franken. Nach Ansicht von Herrn Lack wird die Nationalbank bei möglichen Deviseninterventionen vorwiegend deutsche und französische Staatsanleihen kaufen. Sollte es zu diesen Anleihekäufen kommen, vergrößert sich der Druck auf die Europäische Zentralbank, verstärkt Staatsanleiher schwacher Euro Länder zu kaufen. Händler an den Märkten spekulieren, ob Anlager und Hedge Fonds andere Währungen mit Aufwertungspotential suchen.
Fließt viel Kapital in den Schweizer Franken, entsteht eine später nicht wieder so leicht einzufangende Liquidität mit der Folge einer größeren Inflationsgefahr als der Schaden, hervorgerufen durch die Aufwertung des Schweizer Franken. Diese Folge müsste dann der Eidgenosse mit brutalen Vermögensverlusten bezahlen.
Die Jahresteuerung lag im August bei 0, 2 Prozent. Nach der Erwartung der Nationalbank im Juni 2011 wird die Teuerungsrate die sensible Marke von 2 Prozent im letzten Quartal 2013 überschreiten. Am 15.09.11 soll die nächste Lagebeurteilung durch die Nationalbank erfolgen. Bei einer beginnenden Inflation kommt es auf ein rechtzeitiges Gegensteuern der Nationalbank an. Zinserhöhungen sind aus politischen Gründen schwierig.
Parteien, Wirtschaft und Wissenschaft unterstützen den Mindestkurs in seltener Einmütigkeit. Auch wenn langfristig mit einer Zunahme von Inflationsrisiken zu rechnen ist, besteht kurz- und mittelfristig eher die Gefahr eines Konjunkturabschwungs mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und eines sinkenden Preisniveaus.
Hinsichtlich der Höhe des Mindestkurses gab es eine abweichende Meinung eines Professors von der Universität St. Gallen. Nach seiner Einschätzung ist ein Mindestkurs von 1, 15 Franken oder 1, 18 Franken besser zu verteidigen als ein Mindestkurs von 1, 20 Franken.
Parteien, Wirtschaft und Wissenschaft unterstützen den Mindestkurs in seltener Einmütigkeit. Auch wenn langfristig mit einer Zunahme von Inflationsrisiken zu rechnen ist, besteht kurz- und mittelfristig eher die Gefahr eines Konjunkturabschwungs mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und eines sinkenden Preisniveaus.
Hinsichtlich der Höhe des Mindestkurses gab es eine abweichende Meinung eines Professors von der Universität St. Gallen. Nach seiner Einschätzung ist ein Mindestkurs von 1, 15 Franken oder 1, 18 Franken besser zu verteidigen als ein Mindestkurs von 1, 20 Franken.
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