Wie ich in meinem letzten Post geschrieben habe, endet mit diesem Post mein Abriss der Geschichte Argentiniens.
Das demokratische Argentinien ab 1983
Der neue Junta - Chef Leopoldo Galtieri begann im April 1982 den Falklandkrieg mit Großbritannien. Nach argentinischer Rechtsauffassung gehörten die Argentinien vorgelagerten Falklandinseln, "Las Malvinas" genannt, zum Staatsgebiet Argentinien, während sie Großbritannien verwaltete. Die Streitkräfte des Vereinigten Königreichs schlugen die Invasion argentinischer Soldaten mit Luftangriffen, einem Seekrieg und einer Landeoperation erfolgreich zurück. Argentinien musste am 14.06.1982 kapitulieren.
1983 erfolgte die Rückkehr Argentiniens zur Demokratie. Der erste Präsident Raùl Alfonsìn, Union Civica Radical, trat 1989 nach einer schweren Wirtschaftskrise vorzeitig zurück. Die peronistische Partei errang mit Carlos Menem wieder die Macht.Seine neoliberale Wirtschaftspolitik und die Bindung des Argentinischen Peso an den US Dollar stabilisierte während seiner ersten Amtszeit äußerst erfolgreich das Land. Während seiner zweiten Amtszeit traten immer mehr die negativen Seiten seiner Wirtschaftspolitik zu Tage.
Zwischen 1998 und 2002 geriet daher das Land erneut in eine schwere Wirtschaftskrise mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 20 Prozent. 1999 löste eine Mitte - Links - Koalition unter dem Präsidentschaftskandidaten Fernando de la Rùa die Regierung Menem ab. Unter de la Rùa verbesserte sich die verfahrene wirtschaftliche Situation, die ihm sein Vorgänger hinterlassen hatte, nicht schnell und nachhaltig. Das zögerliche Handeln des Präsidenten, Streitereien innerhalb der Koalition und eine starke außerparlamentarische Opposition durch die Gewerkschaften, die traditionell den Peronisten zuneigten, führten zu einer zunehmenden Schwächung de la Rùas. Diese Entwicklung führte Ende 2001 nach starken Unruhen und Plünderungen zum Rücktritt von Präsident de la Rùa.
Nach mehreren peronistischen Interimspräsidenten wurde Eduardo Duhalde neuer Präsident. Im Mai 2003 erfolgte nach einer chaotisch verlaufenen Präsidentschaftswahl die Wahl Nèstor Kirchners, der zum sozialdemokratischen Flügel der peronistischen Partei gehörte, zum neuen Staatsoberhaupt. Die Bevölkerung schätzte Kirchner trotz seines niedrigen Wahlergebnisses, weil er die Krise erfolgreich überwand und die Gesamtsituation des Landes verbesserte. Die Wirtschaft erstarkte: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2003 um + 8, 7 Prozent gegenüber - 10, 9 Prozent im Vorjahr. Wegen seines autokratischen Führungsstils und seiner als Populismus gedeuteten Zusammenarbeit mit der Piquetero - Protestbewegung war er nicht unumstritten.
Bei den Wahlen zum argentinischen Senat und zur aargentinischen Abgeordnetenkammer im Oltober 2005 gewannen die Anhänger Nèstor Kirchners 40 Prozent der Stimmen. Bei der Wahl um Senatorenposten der Provinz Buenos Aires setzte sich seine Ehefrau Cristina Fernandez de Kirchner gegen Hilda Gonzalez de Duhalde, die ebenfalls Mitglied der peronistischen Partei ist, Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Eduardo Duhalde, durch. Die Stellung des Präsidenten wurde gestärkt; er konnte sich in beiden Kammern auf eine breite Mehrheit stützen.
Die Präsidentschafts- und Parlamentswahl am 28.10.2007 gewannen die regierenden Peronisten, insbesondere die Wahlplattform Kirchners, Frente para la Victoria. Cristina Fernandez de Kirchner setzte sich schon im ersten Wahlgang mit 45, 2 Prozent der Stimmen durch und vermied damit eine Stichwahl. Sie wurde Präsidentin am 10.12.2007-
In der Folge brachen in der peronistischen Partei Flügelkämpfe aus. Die Partei stand mehrmals vor der Spaltung, Nach der Übernahme des Parteivorsitzes durch Kirchner 2008 stabilisierte sich die Situation wieder in der Regierungspartei.
Der Gouverneur der Provinz Buenos Aires, Daniel Scioli, übernahm den Parteivorsitz der peronistischen Partei nach der Niederlage der Frente para la Victoria in der Parlamentswahl im Juni 2008. Nèstor Kirchner verstarb 2010.
Hiermit endet der Abriss der Geschichte Argentiniens. Morgen beginne ich mit einem Abriss der Geschichte Uruguays.
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