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Montag, 14. Februar 2011

Tagebuch vom 14.02.11

Heute habe ich Folge 11 von The War gesehen. Sie hieß die Geisterfront. In der gestern gesehenen Folge ging es um die Kämpfe zur Eroberung des Hürtgenwaldes. Wegen der Härte der Kämpfe hatte das alliierte Oberkommando befohlen, dass sich ein Teil der beteiligten Truppen in die Ardennen zurückziehen sollten, um sich zu regenerieren und neue Kraft für die bevorstehenden Kämpfe, zu denen sie kommandiert werden sollten, zu tanken. Das Oberkommando ging davon aus, dass in den Ardennen nicht mit Kämpfen zu rechnen sei. Wegen der realtiven Ruhe hieß dieser Teil der Front Geisterfront.
Die Annahme, es würde in den Ardennen keine Kämofe mit der Wehrmacht geben, erwies sich als schwerer Irrtum. Die Wehrmacht plante, im einsetzenden Winter Dezember 1944 die amerikanischen Verbände zu durchbrechen und aus Belgien herauszudrängen, zu einer Zeit, wenn das neblige Wetter es der alliierten Luftwaffe nicht gestattete, ihre Überlegenheit auszuspielen. Völlig überraschend griff die Wehrmacht im Dezember 1944 die amerikanischen Verbände in den Ardennen, daher der spätere Name Ardennenoffensive, an und drängte sie weit nach Belgien zurück. Bei Bastogne kesselte sie eine Einheit ein, die sich so lange halten konnte, bis die Amerikaner Ersatzverbände heranführen und die Wehrmacht wieder zurückdrängen konnte.
Der andere in dieser Folge gezeigte Kriegsschauplatz war der Pazifik, wo die amerikanischen Streitkräfze die kaiserliche japanische Armee immer weiter zurückdrängen konnte. Dabei schilderten frühere amerikanische Soldaten, welche Schrecklichen Erlebnisse sie in japanischen Kriegsgefangenenlagern machen mussten. Es erinnert an den berühmten Film "Die Brücke am Kwai" von David Lean. Einzelne Soldaten ließ der Lagerkommandant in Kisten sperren, um ihren Willen zu brechen. Der Film ist sehenswert, weil der Regisseur die Geschichte im Stil einer Reportage schildert, damit sich jeder Zuschauer ein eigenes Urteil bilden kann.
Nach dem Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Mubarak ist so viel klar, dass ein Militärrat unter Führung des früheren Verteidigungsministers Tantawi das Kommando übernommen hat. Die zivile Regierung hat der Militärrat abgesetzt und die Verfassung aufgehoben. Der Militärrat will eine neue Verfassung schaffen und danach eine neue Zivilregierung bilden. Danach hat er seine Aufgabe erfüllt und will die Macht abgeben. Einen Zeitplan hat der Militärrat nicht vorgelegt.
Um eine neue verfassung auszuarbeiten, wird der Militärrat geeignete Juristen benötigen. Diese werden lange beraten, um eine mehrheitsfähige Verfassung zu formulieren. Es wird Streit darüber geben, welche Verfassungsgrundsätze wesentlich für die Verfassung sein sollen. Dabei wird es darum gehen, ob säkulare oder islamische Verfassungsgrundsätze maßgeblich sein werden. Diese schwierige juristische Prinzipienfrage wird möglicherweise lange Zeit in Anspruch nehmen.
Wenn die Verfassung in Kraft getreten ist, kann der Militärrat eine Zivilregierung ernennen oder durch das Volk wählen lassen. Egal welchen Weg der Militärrat wählt, es bleibt die spannende Frage, welche politischen Kräfte maßgeblichen Einfluß in der Zivilregierung haben werden. Bekannt sind die Muslimbrüder, eine Gründung des früheren Lehrers Hassan al Banna aus dem Jahre 1928. Dabei ist spannend, wie die jetzige Führung der Muslimbrüder mit ihrer wechselvollen und wandlungsreichen Vergangenheit umgeht.

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