Heute habe ich die achte Folge von The War gesehen. Im Zweiten Weltkrieg gab es viele Orte, das es unmöglich ist, sie alle in einer serie zu zeigen. Deshalb greift die Serie exemplarische Schauplätze auf. Zunächst ging es um das europäische Kriegstheater. Nach der Invasion vom 06.06.1944 dehnte sich der eroberte Brückenkopf weiter aus, kam aber dann zum Stocken, bis die Panzer für ihren Vormarsch das geeignete Gelände erreicht hatten.
Die britischen und amerikanischen Luftstreitkräfte gewannen jetzt die Lufthoheit und bombardierten das deutsche Reich auch bei Tage, während sie vorher nur bei Nacht mit hohen Verlusten zum Einsatz kamen.
Im Pazifik eroberte die amerikanische Marine gemeinsam mit der Luftwaffe und den Marines nach harten, verlustreichen Kämpfen die Marianen. Ein Gegenangriff der japanischen Flotte konnte den Vormarsch der amerikanischen Streitkräfte nicht stoppen.
Im Ergebnis zeigt die Episode der Serie, dass sich in der amerikanischen Bevölkerung und bei den Soldaten das Gefühl einstellte, den Krieg gewinnen zu können, wobei allerdings immer noch mit erbittertem Widerstand der deutschen Wehrmacht under kaiserlichen japanischen Armee zu rechnen war.
In der letzten Ausgabe des SPIEGEL befand sich eine interessante Reportage über den Aufstand gegen den ägyptischen Präsidenten Mubarak. Zunächst schilderte das Reporterteam die Lage in Ägypten. Daran schloss sich ein Stimmungsbild aus Washington, Damaskus, Jerusalem und Amman an.
Wichtig waren die Stimmungsbilder aus Washington und Jerusalem, weil die Vereinigten Staaten der wichtigste Verbündete Ägyptens ist und Ägypten wegen des Friedensschlusses nach dem Frieden von Camp David für Israel von besonderer Bedeutung ist.
Wegen der Wichtigkeit Ägyptens für die Vereinigten Staaten bei ihrer Nahostpolitik fällt es der amerikanischen Administration schwer, Präsident Mubarak zum Rücktritt aufzufordern. Die amerikanische Außenministerin versucht es, mit höflichen Worten. Doch Präsident Mubarak tritt nicht zurück, weil die ägyptische Armee, auch wenn sie sich von ihm zu distanzieren beginnt, befürchtet, mit einem schnellen Rücktritt ihren bis jetzt beherrschenden Einfluss zu verlieren. Sie hat nach dem Sturz von König Faruk jeden Präsidenten gestellt. Wer bei einem sofortigen Rücktritt Mubaraks Nachfolger werden soll, ist nicht zu erkennen. In der Armee und auch im Geheimdienst steht kurzfristig kein Mann von Format zur Verfügung. Er müsste gefunden und vorbereitet werden. Ob die Armee einen Zivilisten als Nachfolger anerkennt, ist fraglich, weil die Armee damit rechnen muss, ihren beherrschenden Einfluss zu verlieren. Wer außerhalb der Armee als aussichtsreicher Nachfolger in Frage kommt, ist ungeklärt.
In Jerusalem fürchtet der israelische Ministerpräsident Netanjahu, dass eine amerikanische Distanzierung von Präsident Mubarak die fragile Ordnung im Nahen Osten, insbesondere in Syrien und Jordanien, beseitigen kann, weil die Bevölkerung dieser Staaten auch zu demonstrieren beginnen könnte, um ihre ungeliebten Regierungen los zu werden. Anzeichen für solche Demonstrationen sind erkennbar.
Die Reporter kommen zu dem Ergebnis, dass eine abschließende Beurteilung noch nicht möglich ist. Eine lange und blutige Auseinandersetzung in Ägypten halten sie für nicht ausgeschlossen.
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