Mit der Festlegung eines Mindestkursziels von 1, 20 Franken stoppte die Schweizerische Nationalbank die Aufwertung des Schweizer Franken, so dass die eidgenössische Währung gegenüber dem Euro kräftig an Wert verlor. Am Dienstag, den 06.09.11, kostete ein Euro 1, 2025 Franken gegenüber 1, 1097 Franken am Montagabend, den 05.09.11. Die SNB will den Mindestkurs mit Hilfe von unbeschränkten Devisenkäufen konsequent durchsetzen. Der Markt will die Haltung testen. Langfristig befürchten Devisenhändler Inflationsrisiken.
Am späten Nachmittag kostete ein Euro 1, 4060 Dollar nach 1, 4098 Dollar am Montagabend. Der Referenzkurs der EZB lag bei 1, 4126 (Montag: 1, 4255) Dollar.
Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen sank leicht auf 5, 5 Prozent, nachdem die italienische Regierung ihre Absicht bekundet hatte, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, eine Steuer auf höhere Einkommen und eine Schuldenbremse einzuführen.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag bei 1, 82 Prozent sehr niedrig.
Zum Wechselkurs des Euro ist anzumerken: Durch die starke Nachfrage nach dem Schweizer Franken als Sinnbild der Stabilität und Solidität erscheint der Euro schwach. Seit Mitte 2011 bis Montag wertete der Schweizer Franken gegenüber dem Euro um 10 Prozent auf. Durch die Festlegung eines Mindestkurses am Montag hat die SNB die Aufwertung gestoppt.
Auf dem Devisenmarkt spielen andere Themen als die europäische Schuldenkrise eine Rolle. Den Dollar belastet die Annahme der Anleger von einer Ausweitung der Geldmenge, wenn die Notenbank Fed der Vereinigten Staaten auf ihrer Tagung vom 20. und 21.09.11 ein Programm zum Ankauf von Staatsanleihen beschließen sollte. Bereits die Erwartung einer höheren Geldmenge wertet den Euro auf.
Zum Mindestkursziel der SNB ist festzustellen: Die schweizerische Politik hat die Maßnahme gut vorbereitet. Alle Parteien und Verbände unterstützten vorsorglich die Maßnahme. Der SNB blieb keine andere Maßnahme übrig, weil sie im August 2011 praktisch ihr Arsenal an Eingriffen ausgeschöpft hatte. Der schweizerische Wirtschaftsminister und die gesamte Regierung unterstützen die Maßnahme.
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