Am Dienstag, den 30.08.11, sorgte die als gering empfundene Nachfrage nach neuen italienischen Staatsanleihen für einen Kursrückgang des Euro. Am Nachmittag kostete ein Euro 1, 4415 Dollar, rund einen Cent weniger als am Montagabend, den 29.08.11. Der Referenzkurs der EZB lag bei 1, 4402 (Montag: 1, 4487) Dollar. Einige skeptische Stimmen zum Konjunkturverlauf wirkten sich negativ auf den Kurs des Euro aus. Nach Einschätzung der Zentralbank könnte das italienische Wirtschaftswachstum 2011 weniger als ein Prozent betragen. Die Ratingagentur Standard & Poor`s befürchtet ein wachsendes Risiko für eine Rezession im Euroraum.
Bei dem geplanten Anleihen Verkauf des italienischen Finanzministeriums von bis zu 8 Mrd. Euro gaben Investoren Gebote für 10, 4 Mrd. Euro ab. Die Nachfrage nach zehnjährigen Anleihen lag knapp über dem Angebot. Im Vergleich zum vorangegangenen Angebot sank die Rendite vorgenannter Anleihen von 5, 77 Prozent im Juli 2011 auf 5, 22 Prozent, ein positives Signal. Ursächlich für den Rückgang der Rendite waren Interventionen der EZB in den vergangenen Wochen und auch am Dienstag.
Der Bund Future zog um 108 Basispunkte auf 135, 47 Prozent an. Die Rendite von Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit betrug 2, 14 Prozent nach 2, 23 Prozent am Montag, den 29.08.11. Vor knapp zwei Wochen lag die Rendite bei 2, 03 Prozent, Anfang 2011 bei 3 Prozent und vor Ausbruch der Finanzkrise bei mehr als 4 Prozent.
Zum Kurs des Schweizer Franken ist anzumerken: Am 09.08.11 gab es kurzfristig eine Parität zwischen dem Euro und dem Schweizer Franken. Inzwischen kostet ein Euro wieder 1, 18 Franken. Ursächlich für die Kurserholung ist ein wieder erwachter Risikoappetit der Anleger und Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Niedrige Leitzinsen seit Anfang August und ein schrittweise wachsendes Geldangebot ließen die Zinsen für Franken Ausleihungen am Londoner Interbankenmarkt zeitweise negativ werden.
Zunächst griffen die Maßnahmen nicht. Inzwischen aber wirken die negativen Zinsen in der Schweiz. Unterstützend ist eine Information der Großbank UBS vom Freitag, den 26.08.11, nach der die Bank eine Gebühr auf Franken Konten bei nicht nachlassenden Mittelzuflüssen prüfe.
Eine nachhaltige Trendumkehr ist noch nicht eingetreten. Seit Anfang 2011 wertete der Schweizer Franken im Verhältnis zum trotz der Interventionen der SNB um 5 Prozent auf.
Wegen der Aufwertung sollen die Preise für die Herbst Mode auf der Zürcher Bahnhofstrasse um bis zu 20 Prozent gesunken sein, um eine Abwanderung von Kundinnen nach Deutschland zu verhindern. Die Schweizer Skigebiete haben Angst vor dem Ausbleiben von Touristen. In Osteuropa, besonders in Ungarn und Kroatien, drücken höhere Zins- und Tlgungslasten viele in Schweizer Franken verschuldete Immobilienkäufer.
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